Anfang September reisen wir bei herrlichem Spätsommerwetter ins Languedoc. Thierry Rodriguez und seine Gattin Nicole laden uns in das nahegelegene Restaurant De Lauzun in Pézenas ein. Das von Weinbergen und Olivenbäumen umgebene Lokal ist die Wirkungsstätte des Sternekochs Matthieu de Lauzun, dessen mediterrane, von seiner marokkanischen Heimat inspirierte Küche herausragend schmeckt. Ausgezeichnet ist auch die preislich attraktive Weinkarte mit besten Vertretern aus dem Languedoc; eine willkommene Gelegenheit, um verschiedene Jahrgänge von Thierrys Paradewein ‹Rarissime› mit Gewächsen so renommierter Häuser wie Grange des Pères oder Domaine Peyre Rose zu vergleichen.
Dass der nur in Kleinstmengen erzeugte ‹Rarissime› zu den grössten Rotweinen Südfrankreichs zählt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Thierry führt aus: «Ich bewirtschafte heute 20 Hektar Rebfläche, was für diese Region immer noch als bescheiden gilt. Für die Appellation Faugères, die zu den besten Crus des Languedoc gehört, habe ich mich ursprünglich entschieden, weil die schieferhaltigen, sehr kargen Böden hier ideale Voraussetzungen für die Produktion hochstehender Weine bieten. Der ‹Rarissime› stammt von meinen besten Parzellen mit über 60jährigen Reben, deren Erträge mit 25 Hektolitern pro Hektar sehr tief liegen. Sie liefern äusserst aromatische, konzentrierte Trauben, die wir streng selektiv von Hand lesen.» Überaus beeindruckt sind wir vom Jahrgang 2021: Im Gegensatz zu den ebenfalls hervorragenden Vorgängerjahrgängen zeigt er sich etwas weniger wuchtig, dafür aber umso ausgewogener, feiner und eleganter. Es überrascht nicht, dass der imposante 2021er ‹Rarissime› vom renommierten französischen Weinführer Guide Hachette mit der selten verliehenen Höchstauszeichnung ‹Vin Exceptionnel› geehrt wurde.
Schon mehrfach verblüffte ich selbst ausgewiesene Kenner, wenn ich Thierrys ‹Avarus› in Burgunder-Blindverkostungen integrierte. Dieser Wein demonstriert aufs Schönste, dass auch im Languedoc exzellente Chardonnays erzeugt werden können. Die Vergärung und der Ausbau in französischen Barriques verleihen dem ‹Avarus› eine noble Note, wie sie sonst nur bei wesentlich kostspieligeren Gewächsen zu finden ist.