Bei unserer Ankunft auf La Carraia Ende April werden wir vom 85jährigen Gründer Odoardo Gialletti, von seinen Söhnen Mauro und Marco sowie von dem Verkaufsleiter Stefano Rocchigiani empfangen. Wir nutzen das wunderschöne Wetter für eine ausgedehnte Fahrt durch die beeindruckenden, sattgrün leuchtenden Rebberge. Stefano erklärt vor dem ersten Halt: «Während das Weingut mittlerweile auf rund 120 Hektar Rebfläche angewachsen ist und fortlaufend modernisiert wurde, ist das Herz des Betriebs stets familiär geblieben. Odoardo Gialletti, der auch heute noch täglich in den Weinbergen anzutreffen ist, hat unsere Arbeitsweise sehr geprägt: bodenständig, präzise und getragen von einer tiefen Verbundenheit zu den eigenen Reben. Unterstützt wird er seit vielen Jahren von seinen beiden Söhnen sowie vom weltberühmten Önologen Riccardo Cotarella, der seit Beginn mit an Bord ist und uns mit seiner riesigen Erfahrung unschätzbare Impulse vermittelt hat.»
Heute gilt La Carraia als eines der dynamischsten Weingüter Umbriens. Die Gewächse – von den charaktervollen Weissweinen, die bisher nur in Italien angeboten werden, bis hin zu den gehaltvollen Roten – demonstrieren, welch grosses Potential in dieser oft unterschätzten Region steckt. Das vorteilhafte Terroir sowie die stille Beharrlichkeit und Sorgfalt, mit der Mauro und Marco die Vision ihres Vaters weitertragen, gehören zu den wesentlichen Grundpfeilern dieses Vorzeigebetriebs.
Gemeinsam mit Stefano, Mauro und Marco degustieren wir das ganze Sortiment. Unser Fokus liegt dabei auf unserer Spezialfüllung ‹Matano›. Überzeugte der 2021er mit seiner Harmonie und einer guten Balance zwischen Frucht, Säure und feinen Tanninen, zeigt der 2022er eine noch nie erreichte reife und weiche, äusserst faszinierende Geschmeidigkeit. Mauro erklärt: «Der Jahrgang 2022 war geprägt von einer langen Hitze- und Trockenperiode. Für Rotweine, besonders für Cuvées aus wärmeliebenden Sorten wie Sangiovese und Montepulciano, war dies ein Jahr, das ausserordentlich zugängliche Gewächse mit wunderbarem Trinkfluss hervorbrachte.» Das können wir nur bestätigen. Zudem ist auch der neue Jahrgang ‹Matano› in seiner Qualitätsstufe preislich kaum zu übertreffen.